Warum es keine bedingungslose Kapitulation des Iran geben wird
Wenn der „Deal“ zum Bumerang wird
US-Präsident Trump hat vom Iran die bedingungslose Kapitulation gefordert. Dieses Ansinnen wird zu keinem Zeitpunkt eintreten, da die Geschichte Deutschlands und Japans mahnt, kein derartiges „Angebot“ anzunehmen. Nachdem nun auch noch die iranische Bevölkerung massiven gesundheitlichen Gefahren durch die Bombardierung der Öllager ausgesetzt wurde, wird sich der den USA zugewandte Teil der iranischen Bevölkerung wohl vom „Westen“ abwenden, vielmehr den Kampf gegen den Aggressor aufnehmen.
Was eine bedingungslose Kapitulation bedeutet, haben Deutschland und Japan bereits erfahren: Dahinter steht die dauerhafte Entrechtung als Nation, verbunden mit Tributzahlungen in astronomischer Höhe. Was diesen Nationen widerfahren ist, die Waffen niederzulegen und diesen „Frieden“ anzunehmen, ist auch den Iranern bekannt. Sie wissen natürlich, dass damit Vertreibung, Patentraub, Kulturgüterzerstörung, Entrechtung und Verlust vieler Bodenschätze sowie der Heimat verbunden ist.
Obwohl sich vor den Angriffen der USA und Israels ein großer Teil der Bevölkerung gegen das Mullah-Regime wandte, wird es spätestens jetzt, nachdem die Öllager des Iran in Brand geschossen wurden und die Bevölkerung einem massiven gesundheitlichen Risiko verbunden mit einer langfristigen Verseuchung von Boden und Trinkwasser ausgesetzt ist, sich gegen die „Befreier“ wenden.
Dieser Konflikt ist nun nicht mehr auf den „Nahen Osten“ begrenzt, sondern wird sich auf die ganze Welt ausdehnen, da sehr viele Menschen mittlerweile in Europa und Amerika leben, die Wurzeln in den Iran haben. Und auch die Umma, die Glaubensgemeinschaft des Islam, wird dazu beitragen, dass sich genug „Glaubensbrüder“ finden, den Wahnsinn weiter eskalieren zu lassen, selbst wenn sie mit dem Iran keine familiären Berührungspunkte haben.
Streng genommen ist der aktuelle Konflikt den Religionen geschuldet. Solange es Religionsführer gibt, die andere Länder als krebsartiges Geschwür bezeichnen, das „ausgerottet“ werden müsse [1], ist es an der Zeit, mit großer Energie die Religionen aus dem öffentlichen Leben zu verbannen, um labile Menschen vor einem Irrweg zu schützen.
Doch gibt es keiner „überlegenen“ Nation und keinem „Präsidenten“ das Recht, ein Land nur deshalb in die Steinzeit zurückzubomben, weil gerade ein intellektuelles Leichtgewicht die Geschicke eines Landes bestimmt.
Das, was hier im Namen des „Westens“ sowie der „Religion des Friedens“ veranstaltet wird, ist ein erbärmlicher Akt abgrundtiefer Dummheit und ist eine Beleidigung der menschlichen Intelligenz. Es wird wirklich Zeit, neue Regeln des Zusammenlebens auszuarbeiten und vor allem einen Mechanismus einzuführen, in dem bestimmt ist, dass ausnahmslos alle Länder untereinander Verbündete sein müssen, die sich gegenseitig unterstützen, wenn ein Land seine Macht missbraucht, um Krieg gegen einen schwachen Gegner zu führen.
Vielen Dank für Ihre Lesezeit!
Ihr Wolfgang Fottner